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Schwärzliches Knabenkraut

Orchis ustulata L.

Das Schwärzliche Knabenkraut ist in der Bergwelt leicht zu finden, wo es besonders häufig vorkommt. Die Blütezeit beginnt bereits im März in Föhntälern und ab Mitte April auf südseitigen Hängen. Die Spitze des Blütenstandes wird oft durch das dunkle Rot der Kelchblätter und Kronblätter markiert, die den Helm der noch geschlossenen Knospen bilden. Dieses verbrannte Aussehen kontrastiert stark mit dem unteren Teil der Ähre, der kleine, weiss mit karminroten Punkten besetzte Blüten trägt, die sich während der Blüte auseinanderziehen. Diese Orchidee mit ihrem einzigartigen Aussehen ist Eurosibirisch verbreitet und findet sich bis zur Ostsee. Sie bevorzugt alkalische bis saure Böden. In der Schweiz wächst sie oft neben dem Schwarzen Männertreu und dem Kleinen Knabenkraut, vor allem auf Alpenweiden bis 2400 m ü. M. Diese Orchidee ist eine immergrüne Pflanze, als sie ihre Blätter im Winter behält. Diese Blätter bilden im Herbst eine grün-graue grundständige Rosette.

ANEKDOTE

Das Schwärzliche Knabenkraut wird ausschliesslich von Igelfliegen (Echinomyia magnicornis) bestäubt, einer parasitischen Fliege der Familie der Tachinidae. Diese robuste Raupenfliege ist am gelben Bauch mit schwarzem Mittelsaum erkennbar. Sie legt ihre Eier auf Eulenfalter-Raupen, hauptsächlich nachtaktive Schmetterlinge. Die Igelfliege ist vom dunklen Rot des Blütenstandes des Schwärzlichen Knabenkrautes angelockt, dann landet kopfüber auf den Knospen und schiebt den Helm zur Seite, um ihren Rüssel in den Sporn zu tauchen. Obwohl der Sporn keinen Nektar enthält, der die Fliege belohnen würde, fliegt die Igelfliege weiter und nimmt Pollinien mit. Diese begrenzte Anpassung erklärt die spezifische Isolation dieser Orchideenart in ihrer Gattung.

ERHALTUNG

​Das Schwärzliche Knabenkraut ist auf dem gesamten nationalen Gebiet potenziell gefährdet, besonders im Mittelland. Es ist seit 1955 aus den Niederlanden und vor über einem Jahrhundert aus dem Grossherzogtum Luxemburg verschwunden. Noch häufig in der Bergwelt, wird es im Mittelland immer seltener. In der Schweiz besiedelt diese Orchidee hauptsächlich mitteleuropäische Halbtrockenrasen, ein besonders gefährdeter Lebensraum, der dringend Schutzmassnahmen erfordert.

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© Dimitri Känel 2025

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