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Purpur-Knabenkraut

Orchis purpurea Huds.

Gross und imposant kann das Purpur-Knabenkraut (Orchis purpurea) fast einen Meter Höhe erreichen. Der Blütenstand trägt bis zu hundert dicht stehende Blüten in zylindrischer Form. Es ist leicht an der fächerförmigen, rosig-weissen Lippe zu erkennen, die mit kleinen Büscheln purpurner Haare getüpfelt ist, die den Bestäubern die Landung erleichtern. Der Helm ist komplett braun, fast schwarz. Die Insekten, die diese Art besuchen, sind vor allem Bienen und Hummeln, die durch die Form des Sporns getäuscht werden, der überhaupt keinen Nektar produziert. Die Europäische Honigbiene (Apis mellifera) gehört zu ihren Bestäubern. In der Schweiz findet man das Purpur-Knabenkraut in lichten Flaumeichenwäldern. Zu viel Schatten kann die Entwicklung ihrer Blütenähre beeinträchtigen und ihre Bestäubungschancen verringern, da sie für Insekten weniger sichtbar wird. Das Purpur-Knabenkraut benötigt einen eher trockenen bis mässig frischen Kalkboden, um sich anzusiedeln. Es kann auch in alten Auwäldern, an Wegrändern und auf Autobahn-Böschungen vorkommen.

ANEKDOTE

Das Purpur-Knabenkraut kann aufgrund der Variabilität seiner Blüten überraschen. Seine Einbuchtungen können von einem Individuum zum anderen variieren, indem sie die Trennungen der verschiedenen Lappen betonen oder abschwächen. Von sehr hellen bis purpurrosa getönten Varianten gibt es rund 30 beschriebene Formen. Diese Variationen wären eine Massnahme dieser Art, um ihre Chancen zu erhöhen, von einem Insekt besucht zu werden, trotz fehlender süsser Belohnung. Eine Studie hat ausserdem gezeigt, dass die grosse Variabilität der Blüten auch eine Folge des Fehlens starker Selektionsdrücke im Laufe ihrer Evolution ist.

ERHALTUNG

Viele Purpur-Knabenkraut Populationen in der Schweiz sind in den letzten Jahrzehnten durch ungeeignete Forstwirtschaft verschwunden. Diese noch wenig bekannte Orchidee leidet zusätzlich unter dem Rückgang der Bestäuberinsekten. Ihre Samenproduktion ist Gegenstand mehrerer Studien. Der Kanton Bern, in dem bereits die Hälfte der Populationen verschwunden ist, ist der einzige Kanton, der Massnahmen zum Schutz dieser im gesamten Gebiet rückläufigen Art ergreift.

GEFÄHRDUNGEN

  • Ungeeignete forstwirtschaftliche Nutzung

  • Konkurrenz, Beschattung, Verbuschung

  • Sammeln, Ausgraben von Pflanzen, Tritt

  • Eingeschränktes Verbreitungsgebiet

  • Zerstörung des Lebensraums

  • Inaturalist
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