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Ohnsporn

Orchis anthropophora (L.) All.

Die Ohnsporn ist eine terrestrische Orchidee, deren Verbreitungsschwerpunkt im westlichen Mittelmeerraum liegt. Man kann diese Art bis nach Griechenland, aber auch südlich der Britischen Inseln und in Nordafrika beobachten. Besonders häufig ist sie in Spanien, Italien und Südfrankreich anzutreffen. In der Schweiz findet man sie vor allem in stark gefährdeten Lebensräumen vom Juragebirge bis ins Genferseebecken und ins Unterwallis. Die Form ihrer Blüte erinnert an einen kleinen gehängten Mann, dessen Gliedmassen aus den Lappen ihrer hängenden Lippe und dessen Kopf aus den gelbgrünen Perigonblättern, zu einem Helm zusammenneigend, bestehen. Diese schöne Orchidee kann zwischen 20 und 50 Blüten tragen und bis zu 40 cm hoch werden. Sie wächst in Magerwiesen, hauptsächlich in der kollinen Stufe.

ANEKDOTE

Eine britische Studie hat die Ausbreitung dieser Blüte bis zum Jahr 2050 modelliert. Das Ergebnis zeigt, dass sich diese Art auf den Britischen Inseln und in Osteuropa stark ausbreitet. Die Populationen im äussersten Süden ihres Verbreitungsgebiets verschwinden schrittweise, während sich diejenigen in Westeuropa verdichten. Im Norden besiedelt sie im Zuge der Klimaerwärmung rasch neue Lebensräume.

ERHALTUNG

Der Kanton Bern ist der einzige Kanton, der in-situ-Massnahmen zum Schutz dieser Art ergreift. Ein Beispiel für solche Massnahmen ist die Überwachung der 19 Berner Populationen, die Abschluss von Bewirtschaftungsverträgen, die Verstärkung durch Anpflanzungen sowie eine angepasste Pflege. Die Ohnsporn wächst ausschliesslich in gefährdeten Lebensräumen, für die Massnahmen unbedingt notwendig sind: mitteleuropäische Halbtrockenrasen und Trockenwarmer Krautsäume. Sie ist durch das Verschwinden dieser Lebensräume bedroht.

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© Dimitri Känel 2025

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