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Einknollige Herminie

Herminium monorchis (L.) R. Br.

Die Einknollige Herminie (Herminium monorchis), die auch als Einorchis bekannt ist, ist eine kleine und unauffällige montane Art. Oft fügt sich diese Orchidee in die Niedrigvegetation der Feuchtwiesen oder Flachmoore ein. Man erkennt sie an ihrem zylindrischen Blütenstand mit 10 bis 70 winzigen grünlich-gelben Blüten, die Nektar produzieren und einen sanften Honigduft verströmen. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten, die vom Duft angelockt werden, vor allem kleine parasitische Wespen der Gattung Tetrastichus (Lepidoptera-Parasiten), aber auch Zweiflügler, zum Beispiel Halmfliegen (Chloropidae) oder Dungmücken (Scatopsidae). Die Einknollige Herminie ist einzigartig und es ist schwer diese Orchidee mit einem anderen Orchideengewächs zu verwechseln. Im Gegensatz dazu verwechselt man sie häufiger mit der Gewöhnlichen Simsenlilie (Tofieldia calyculata), die ein kleines Liliengewächs (Liliaceae) ähnlicher Lebensräume ist. Ihr Name monorchis rührt von der scheinbar einzigen Hauptknolle her, begleitet von 2 bis 5 kleineren, länglichen Knöllchen. Die Gattung Herminium bezieht sich wohl auf Hermes, den Gott der Hirten, oder auf herma, ein lateinisches Wort, das «Bettbein» bedeutet als eine Anspielung auf die Knollenform.

ANEKDOTE

Wie viele andere Orchideenarten weisen die Populationen von Herminium monorchis von Jahr zu Jahr erhebliche Schwankungen in den Bestandszahlen auf. Um den Erhaltungszustand einer Population zu beurteilen, sollte man sie über mehrere Jahre beobachten. Eine britische Studie fand einen Zusammenhang zwischen Blütehäufigkeit und Wetter des Vorjahressommers. Starke Niederschläge fördern die Blüte dieser Art, während Hitze und Dürre die Bestände schädigen. Die Forscher und Forscherinnen vermuten, dass Hitze und Dürre das Blattwachstum beeinflussen, die Blattfläche reduzieren und zu frühzeitiger Seneszenz führen. Infolgedessen gelingt es der Keimpflanze nicht, eine ausreichende Nährstoffreserve aufzubauen, um im folgenden Jahr die Blüte einzuleiten.

ERHALTUNG

In der Schweiz als verletzlich eingestuft, hat die Einknollige Herminie seit 1950 wegen der Intensivierung der Beweidung und der Benutzung von Düngemitteln zur Düngung der Wiesen in der montanen und subalpinen Stufe einen dramatischen Rückgang erlebt. Es handelt sich um eine in der Schweiz seltene Art, die auf kalkhaltigen, nährstoffreichen Böden vorkommt, die oberflächlich teils sauer sind. Sie bevorzugt insbesondere Pfeifengraswiesen, in denen Blaues Pfeifengras (Molinia caerulea) dominiert.

GEFÄHRDUNGEN

  • Kleine, isolierte Vorkommen

  • Ungeeignete Pflege und Nutzung

  • Konkurrenz, Verbuschung

  • Sammeln, Ausgraben von Pflanzen, Tritt

  • Hofdüngergaben

  • Beweidung kleiner Stationen

  • Entwässerung der Feuchtgebiete

  • Zerstörung des Lebensraums

  • Schleichender und multifaktoriell Rückgang

  • Inaturalist
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